Lindau muss eine Stelle für Bürgerbeteiligung und Ehrenamt schaffen

Ich setze mich für ein zukunftsweisendes Modell der Ehrenamtsförderung ein

Als Oberbürgermeisterin werde ich die Bürgerbeteiligung in Lindau deutlich ausbauen und das Ehrenamt stützen. Daher setze ich mich für eine eigens hierfür eingerichtete Stelle für Bürgerbeteiligung und Ehrenamt ein, die bei der Stadt angesiedelt ist. Hier können neue Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung entwickelt und umgesetzt werden.

Als regelmäßige Teilnehmerin an den Bürgerwerften und Projektschmieden durfte ich erfahren, dass es in Lindau eine Vielzahl aktiver und konstruktiver Bürgerinnen und Bürger gibt. Ihre Impulse sind wertvoll für unsere Stadt. Die Position einer hauptamtlichen Beauftragten oder eines Beauftragen für Bürgerbeteiligung könnte diese aufnehmen und zum Wohl der Stadt in die politischen Gremien miteinbringen.

Bislang engagieren sich Mitarbeiter der Stadtverwaltung zusätzlich zu ihren zentralen Aufgabengebieten für diese Themen. Dies ist für diese oft nur schwer leistbar und wird letztendlich dem Stellenwert, den bürgerschaftliches Engagement in unserer Stadt hat, nicht gerecht. Ich will eine frühzeitige Information und Einbindung aller Bürgerinnen und Bürger ermöglichen. Alle, die Im Ehrenamt tätig sind, sollen  Vernetzung, Austausch und Rückkopplung erfahren und bekommen eine offizielle Brücke zu anderen Behörden und Trägern.

Eine Gemeinschaft funktioniert nur, wenn jeder sich verantwortlich fühlt und sich im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringt. Dadurch entsteht ein Gefühl von Teilhabe, von Zugehörigkeit und Identität. Alle Menschen haben Ihre besonderen Fähigkeiten, Begabungen, Interessen. Vieles geschieht in einer Stadt wie Lindau aber vor allem auch im Ehrenamt. Pflege und Erhalt der öffentlichen Räume und Einrichtungen über Bürgerinitiativen und Fördervereine, Unterstützung von Eltern und Kindern, Engagement im Bereich der Pflege, Ehrenamt in Sport- und Musikvereinen, im Rettungswesen… die Liste lässt sich unendlich fortführen und beinhaltet keine Rangliste.

Wir sind angewiesen auf das Engagement der Menschen im Großen wie im Kleinen. Nur gemeinsam sind wir stark. Die Gemeinde muss hier Motor, Impulsgeber und Moderator sein, sie muss die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen.

Aus den vielen Gesprächen, die ich bereits in Unternehmen, Organisationen und Vereinen geführt habe, haben sich schon viele Schnittmengen ergeben, viele fruchtbare Ergebnisse, die wir nutzbar machen konnten. Gerade im Bereich der Pflege und der Kinderbetreuung zeigen sich wirkungsvolle Möglichkeiten, wie Stadt, öffentliche Träger und private Initiativen erfolgreich zusammenarbeiten können. Diese praktischen Erfahrungen zeigen, wie wichtig eine solche Stelle ist.

Personal- und Platzmangel in der Tagespflege und Altenpflege könnten beispielsweise durch neue Bau- und Wohnkonzepte zusammen mit bürgerschaftlichem Engagement als sogenanntes integriertes Sozialkonzept eine Antwort finden, mit der wir dem Wandel in unserer Gesellschaft freudig begegnen können.

Und glauben Sie mir, es gibt nichts Schöneres als Verantwortung für sich und sein Umfeld zu übernehmen!

Claudia Halberkamp